Holger Pöhlmann Stiftung

Geschichte

 

Wie alles begann...
 

Alles begann mit Ghana. Holger Pöhlmann hatte nach dem medizinischen Staatsexamen 2007 in Ghana einen Sozialaufenthalt in der Kreisstadt Ho am Regionalkrankenhaus verbracht. Während seines Studiums war er bereits zu Ausbildungszeiten in Südafrika. Der Stiftungszweck war umgehend gefunden.

 

Holger Pöhlmann (1979 - 2008) studierte Medizin und arbeitete als Arzt im Institut für Medizinische Immunologie der Universitätsklinik Charité in Berlin. Er war geschätzter Kollege, guter Freund und geliebter Sohn gleichermaßen.

 

Seine Mutter Sylvia Pöhlmann gründete im Jahr 2010 in Würzburg im Namen ihres Sohnes die Holger Pöhlmann Stiftung. Sie engagiert sich gemeinsam mit Freunden des Arztes im Stiftungsrat und Stiftungsvorstand, um junge Wissenschaftler zu unterstützen und Menschen durch medizinische Hilfe eine gesunde und lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. 

 


 

Stiftungszweck und Mission
 

Der fundamentale Stiftungszweck sollte fortan die Unterstützung und Förderung medizinischer Berufe sowie die Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen für Menschen in Westafrika sein. Mathias Streitz, ein Kollege und Freund von Holger Pöhlmann an der Immunologie der Charité Berlin während der Phd Zeit, hatte Verbindung zu Dr. Michael Käser aus dem Tropeninstitut Basel. Während des Lehraufenthaltes von Dr. Käser an der School of Health Universität Legon in Accra Ghana wurde im Spätjahr 2011 das erste Projekt mit dem Biologiestudenten David Mensah gestartet. Er begann seine Masterarbeit am Noguchi Tropeninstitut der Universität Legon.

 

Frau Pöhlmann konnte sich auf Reisen nach Ghana 2011 und 2012 persönlich von den dort vorherrschenden Bedingungen überzeugen und gewann aufschlussreiche Einblicke in das Leben von Land und Leuten. Zahlreiche Treffen mit Dr.Dorothy Yeboa-Manu vom Tropeninstitut (Basel) vertieften den Kontakt und schafften Voraussetzung für weitere Projekte. Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Kennenlernen von Stipendiaten vor Ort. Nach seinem Masterabschluss erhielt Herr Mensah im September 2014 ein Jahresstipendium an der Universität Leeds England für seine Spezifizierung auf dem Gebiet der Radiologie. Nach seiner Rückkehr Ende 2015 wird er als Assistent an der neuen Universität in Ho tätig sein und das erworbene Wissen in seinem Heimatland weitergeben. Zudem strebt er eine Phd Weiterbildung an.

 

Ebenfalls mit Ghana verbunden ist das Projekt der Stiftung mit Dr. Peter Puplampu am Korle-Bu-Teaching Hospital in der Haupstadt Accra. Auch hier ist Dr. Käser der Verbindungsmann. Im Rahmen von Frau Pöhlmanns Ghana-Besuche lernte sie den passionierten Arzt und sein herausragendes Engagement für das gemeinsame Projekt vor Ort kennen. 

 


 

HIV/AIDS und therapeutische Nebenwirkungen
 

(Lehr-Krankenhaus Korle-bu, Accra, Ghana)

Subsahara Afrika zählt jährlich etwa 1,6 Millionen neue HIV Infektionen. Medikamente zur Behandlung von AIDS, sogenannte anti-retrovirale Therapeutika, führen in einigen Fällen zu massiven Nebenwirkungen. Diese können beispielsweise des Nervensystems betreffen, was sich als zunehmende Lähmung von Beinen und Armen auswirken kann. Solche Nebenwirkungen können zwischen verschiedenen Medikamenten und in unterschiedlichen Populationen variieren.

 

Um zu unterscheiden, in welchen Fällen solche Nervensystem-Erkrankungen in West-Afrika zu vermeiden wären, führen lokale Ärzte das Lehr-Krankenhaus Korle-bu in Accra eine Studie durch, die die ersten Hinweise dazu liefert. Diese Pilotstudie wird von der Holger Pöhlmann Stiftung gefördert. 

 


 

Gut ausgebildete Menschen sind die Zukunft
 

Weiterhin mit diesem westafrikanischen Land verbunden ist ein Intensivaufenthalt von Medizin- und Biologiestudenten aus Kinshasa, der Demokratischen Republik Kongo am Noguchi Tropeninstitut Accra. Diese South to South-Initiative der Holger-Pöhlmann-Stiftung stellt ein Joint Venture Projekt mit dem Verein funikin e.V. der Universität Würzburg dar. Initiatoren des Vereins waren Prof. Dr. Gerd Bringmann der Universität Würzburg und Prof.Virirma Mudogo der Universität Kinshasa DRC.

 

Unsere gemeinsame Initiative bietet jungen Kongolesen Praktikumszeiten in der Hauptstadt Ghanas. Ihr Wissensausbau ermöglicht es Ihnen ihre Ausbildung zügig voranzutreiben.

 

Zu nennen sind:

• Tania Bishola Biologiestudentin, Patrick Tshibangu Mediziner , die Unterstützung erhielten.

• Hervé Lekuya Mediziner durchlief einen Halbjahresaufenthalt am Korle-Bu-Hospital Accra, dem größten Krankenhaus Westafrikas.

 

Diese Intensivausbildung und sein hohes persönliches Engagement legten Basis für seinen derzeitigen Studienaufenthalt an der Makerere Universität Kampala in Uganda.

Auch Patrick Tshibangu ist wieder an der Universität Legon zur Masterarbeit als Stipendiat von funikine.V. Seit Beginn 2014 wird Stephen Osei-Wusu beim Erreichen seines Mastertitels am Noguchi Institut Accra gefördert. Er wird Ende 2015 seinen Abschluss erhalten.

 


 

Ghana in Westafrika

  1957 wird Ghana unabhängig von der Kolonialmacht England. Seitdem ist Ghana vom Dritte-Welt-Land zum Schwellenland avanciert. Goldvorkommen, Ölfunde und die Vermarktung von Strom am Voltastaudamm erzeugt, sind Grundlage für die Fortschritte des Landes. Der Export umfasst insbesondere Kakao, Kaffe, Tee, Kautschuk und eine Vielzahl von Edelhölzern. Zu Kolonialzeiten lagen die Hauptumschlagplätze des Sklavenhandels an Ghanas Goldküste. Berühmt sind die farbenfrohen Webstoffe , die Kentestoffe, von Männern gewebt.

 

Es stellt sich die Frage wozu Förderprojekte im Gesundheitswesen sinnvoll und oftmals gar notwendig sind, obwohl der Staat 9,4% des Inlandsproduktes für Gesundheit, 17,3 % für Bildung und lediglich 1.65% für das Militär ausgibt. Bei einem Durchschnittsalter der Bevölkerung von 16 Jahren ist es ohne internationalen NGO kaum möglich ausreichend Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten und darüber hinaus die Besten zusätzlich zu fördern. Frauen und Mädchen bedürfen der besonderen Unterstützung, da sie permanenter Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind. Es ist weitverbreitet, dass Kinder armer Familien als Haussklaven an Reiche gegeben werden und somit kaum noch Bildungschancen haben. Bildung schafft Chancenverbesserung und wachsendes Selbstbewusstsein für die junge Generation Ghanas. Auf dieser Basis können sich gesellschaftlich notwendige Veränderungen entwickeln.

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